Weltweit sparen Unternehmen an ihrer IT-Sicherheit und gefährden damit ihre strategischen Geschäftsziele. Dies ergab jetzt eine Umfrage von Ernst & Young zur IT-Sicherheit in Unternehmen. Befragt wurden 1400 IT-Verantwortliche und Geschäftsführer von Unternehmen verschiedener Branchen in 66 Ländern. Obwohl 90 Prozent der Befragten IT-Sicherheit für wichtig halten, räumte ein Drittel ein, im Falle eines Angriffes auf ihre IT-Systeme nur unzureichend reagieren zu können. 34 Prozent gaben an, nur bedingt Überblick zu haben, ob und wann Ihre Systeme überhaupt attackiert werden.
Der Kampf gegen wirtschaftskriminelle Handlungen erfordert ein präzises
Verständnis der Motivation und Vorgehensweise des Handelnden sowie die
entsprechende Erfahrung, solche Risiken zu minimieren. Er erfordert ebenso eine
Kooperation zwischen betroffenen Unternehmen und professionellen Ermittlern und
Ermittlungsbehörden. Zu oft werden Risiken, die von solchen Handlungen ausgehen,
unterschätzt und geeignete Maßnahmen nur halbherzig eingeleitet.
Die Autoren des Business Guides "Wirtschaftskriminalität – Risiko und
Verbeugung" wollen Unternehmer über das Risiko wirtschaftskrimineller Handlungen
informieren. Sie erläutern, wie Warnzeichen wahrgenommen werden können, welche
Maßnahmen zur Vorbeugung geeignet sind und wie es zu handeln gilt, wenn
kriminelle Handlungen vermutet oder entdeckt werden. Dazu tragen auch die
umfangreichen Checklisten im Anhang des Leitfadens bei.
Der Business Guide kann beim F.A.Z.-Institut zum Preis von 48,- Euro bestellt
werden.
Das WLAN hört nicht an den räumlichen Grenzen der Unternehmen auf - das hat
Vor- und Nachteile. Natürlich entfallen die Kosten für Kabel, Netzwerkdosen und
die Handwerksarbeiten. Aber WLAN ermöglicht einen Angriff auf das
Unternehmensnetzwerk auch dann, wenn sich der Angreifer nicht direkt auf dem
Firmengelände befindet. Dadurch werden in vielen Unternehmen die etablierten
Sicherheitsniveaus einfach ausgehebelt. Die Ergebnisse der Studie "WLAN - ein
Paradies für Hacker?" der Ernst & Young IT-Security GmbH sind erschreckend.
Während die Mehrzahl der deutschen Unternehmen inzwischen für einen
grundsätzlichen Schutz ihrer kabelgebundenen Netzwerke sorgt, ist das
Sicherheitsbewusstsein beim Thema WLAN vielfach mangelhaft: Die Vertraulichkeit
von Informationen ist bei der Mehrheit der Unternehmen nicht gewährleistet. 52
Prozent der Unternehmen nutzen entweder gar keine Verschlüsselung oder verlassen
sich auf die unzureichende WEP-Verschlüsselung. Nur 48 Prozent der WLANs wenden
weitergehende Verschlüsselungsmechanismen an. Basis der Studie ist eine
repräsentative Umfrage unter deutschen Unternehmen. Zusätzlich wurden
Unternehmens-Funknetze in sieben deutschen Großstädten untersucht. Insgesamt
behandeln viele IT-Verantwortliche das Thema WLAN innerhalb ihrer generellen
Sicherheitsstrategie eher stiefmütterlich. Bei der Mehrzahl der befragten
Unternehmen enthalten die Regelungen zur Netzwerksicherheit keine speziellen
Regelungen zum WLAN. Darüber hinaus verzichten die meisten Unternehmen darauf,
eine Firewall zwischen WLAN und LAN zu schalten. Und bei der regelmäßigen
Überprüfung der Netzwerksicherheit wird bei immerhin einem Fünftel der Befragten
das WLAN nicht berücksichtigt.
Dabei riskieren die Unternehmen nicht nur den Angriff auf die eigenen Systeme:
Wird in einem Strafverfahren ermittelt, dass das Unternehmensnetzwerk für
kriminelle Handlungen als Einwahlpunkt diente, ist in der Regel die
Geschäftsleitung tatverdächtig und es wird gegen das Unternehmen ermittelt.
Symantecs Security Threat Report (2. Halbjahr 2004) berichtet, dass vom Bekanntwerden einer Sicherheitslücke bis zum Auftauchen von Angriffsversuchen auf diese Lücke im Durchschnitt sechs Tage vergehen - eigentlich genug Zeit, um die von den Herstellern zur Verfügung gestellten Patches einzuspielen. Denn in der Regel wird dann eine Lücke bekannt, wenn der entsprechende Patch herausgegeben wird. Microsoft zufolge nimmt diese Zeitspanne ab - Administratoren müssen also immer früher informiert werden und noch schneller reagieren.
83 Prozent der in der Ernst&Young-Studie befragten Unternehmen investieren das meiste Geld in die Anschaffung neuer Hard- und Software. Nur 29 Prozent gaben an, einen Großteil des Budgets in Sensibilisierungsmaßnahmen für Mitarbeiter zu investieren. Dabei wird häufig vergessen, dass IT-Sicherheit vor allem eines ist: Ein Prozess, kein Zustand. Häufig ist die Aufmerksamkeit und das Know-How der IT-Mitarbeiter gefordert, die auf entsprechende Sicherheitswarnungen zeitnah reagieren und die IT-Systeme sichern müssen.
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